- Start
- Über uns
- Arbeitsschwerpunkte
- Referenzen
- Veranstaltungen
- Informationsportal
- Presse
- Förderer
- Kontakt
30.08.2010
Mit 1.872 rechtsextremen Websites dokumentierte jugendschutz.net einen neuen Höchststand. Der Zuwachs um 10 % im Vergleich zum Vorjahr (1.707 Websites) ist vor allem auf verstärkte Netzaktivitäten rechtsextremer Parteien (Zuwachs um 82 Angebote) und aus dem Neonazispektrum (Zuwachs um 60 Angebote) zurückzuführen.
Die meisten Rechtsextremen nutzen weiterhin heimische Dienste. 67 % der Angebote (Vorjahr: 72 %) wurden über deutsche Server verbreitet. Von den deutschsprachigen Angeboten im Ausland wurden knapp 80 % über US-amerikanische Server ins Netz gestellt (Vorjahr: 70 %), 6 % über niederländische (Vorjahr: 8 %) und 4% über österreichische Server (Vorjahr: 6 %).
Rechtsextreme Inhalte sind in fast allen Web 2.0-Diensten präsent. Soziale Netzwerke, Videoplattformen und Twitter werden genutzt, um Propagandabotschaften zu verbreiten, sich zu vernetzen und aktuelle Informationen auszutauschen. Im Jahresverlauf sichtete jugendschutz.net mehrere Tausend neonazistische Videoclips, Profile und Twitter-Accounts.
Rechtsextreme Kameradschaften setzen weiterhin auf moderne und jugendaffine Präsentationen im Netz. Damit ist der Trend der vergangenen Jahre ungebrochen. Im Jahresverlauf beobachtete jugendschutz.net 336 (Vorjahr: 321) Angebote aus diesem Spektrum. Kameradschaften und Autonome Nationalisten locken auf ihren Websites mit bunten Grafiken und Videos, mehr als ein Drittel werden inzwischen als Weblog betrieben und regelmäßig aktualisiert. Unter Mottos wie "Werde aktiv in Deiner Stadt" sprechen sie die Aktionsbereitschaft junger Menschen an. Über Symbole und Aktionsformen anderer Jugendszenen tarnen sie ihre rechtsextreme Gesinnung und schaffen gleichzeitig Schnittstellen zu den dort aktiven Jugendlichen. Die Websites zielen nicht ausschließlich auf die Cyberwelt, sondern mobilisieren zu Aktionen auf der Straße, bieten Kontakte und bewerben Orte, an denen Gesinnungsgenossen persönlich zu treffen sind. Über Verlinkungen zu zahlreichen Gruppierungen auch aus dem Ausland besteht über einzelne Websites Zugang zum gesamten Spektrum neonazistischer Angebote.
Quelle und weitere Informationen finden Sie im Bericht von jugenschutz.net.