Wir pflegen und aktualisieren unsere Daten sehr sorgfältig, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der hier aufgeführten Veranstaltungsdaten. Aus eventuellen Fehlern, insbesondere bei Terminen, resultiert keine Haftungspflicht des Koordinierungsbüros und/oder des Vereins Alter Gasometer. Alle Angaben ohne Gewähr. Wir weisen hiermit ausdrücklich darauf hin, dass jede Art von Regreßansprüchen bezüglich Vorbereitung und Durchführung einer Veranstaltung jeweils an den Veranstalter zu richten sind.
Am 4. November 2011 kam es kurz nach 15 Uhr zu einer Explosion und anschließendem Brand in einem Wohnhaus in der Frühlingsstraße 26 in Zwickau-Weißenborn. In den folgenden Tagen, Wochen und Monaten sollte ein beispielloses und bis dato unvorstellbares rechtsterroristisches Netzwerk mit seiner abscheulichen Verbrechensserie an die Öffentlichkeit gelangen. Jahrelang lebten sie unbehelligt im Untergrund: Die rechtsextreme Terrorzelle, die aus der Neonaziszene in Jena der 1990er Jahre hervorging, um Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe ist vermutlich für die Mordserie an ausländischen Kleinunternehmern, den Tod einer Polizistin und zahlreiche Banküberfälle verantwortlich. Die Anzahl der Unterstützer ist unklar, sie könnte bis 50 Personen stark sein. Die Bundesanwaltschaft bezeichnet sie als „rechtsextremistische Gruppierung“, deren Zweck es sei, „aus einer fremden- und staatsfeindlichen Gesinnung heraus vor allem Mitbürger ausländischer Herkunft zu töten“.
Das Handeln von Sicherheitsbehörden wie Verfassungsschutz, MAD und Polizei führte im Juli 2012 zum Wechsel des Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, der Präsidenten des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz und des Sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz sowie des Präsidenten des deutschen Bundeskriminalamts (BKA). Nachlässigkeiten, Aktenvernichtung, der Einsatz von V-Leuten, Ermittlungspannen und organisatorische Defizite werden im NSU-Ausschuss des Bundestages untersucht.
“Ich bin überzeugt, dass die Mordserie ein Einschnitt in der Geschichte der Bundesrepublik war, der mehr Reaktionen hervorrufen müsste. Es gab hier und da Demonstrationen, etwa in Kassel oder in Dortmund. Aber es ist keine größere gesellschaftliche Bewegung entstanden oder ein Präventionsprogramm.” Barbara John, Ombudsfrau der NSU-Opferfamilien
Neben einer Chronologie der Ereignisse und Hintergrundinformationen soll der Blick besonders auch darauf gerichtet werden, wie dem Thema „Rechtsextremismus“ (aktuell) begegnet werden kann und sollte. Vor diesem Hintergrund werden auch Handlungsmöglichkeiten im gemeinsamen Engagement gegen Rechtsextremismus hinterfragt und diskutiert.
Mit folgenden Gästen werden wir ins Gespräch kommen:
Dr. Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau
Ellen Esen, Politikwissenschaftlerin und Rechtsextremismusexpertin
Christian Fuchs, Autor („Die Zelle“), Reporter und Journalist u. a. für Die Zeit, Spiegel-Online und das SZ-Magazin
Rainer Eichhorn, Alt Oberbürgermeitser und Beirat des Bündnis für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region
Sabine Friedel, Mitglied im 3. Untersuchungsausschuss Neonazistische Terrornetzwerke in Sachsen
Moderation: Bastian Wierzioch, MDR FIGARO
Im Anschluss an die Veranstaltung besteht die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Wann: Mo | 05.11.2012, 19:00 Uhr
Wo: Alter Gasometer, Saal
Eintritt frei
Veranstalter: Alter Gasometer e.V. & Bündnis für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region
Die Veranstaltungen wird in Gebärdensprache übersetzt, mit freundlicher Unterstützung durch Studenten der FH Zwickau / 7. Semester Gebärdensprachdolmetschen.
Ausführliche Programminformationen ab dem
1.10.2012.
Eintritt frei
Veranstalter: Alter Gasometer e.V. & Bündnis für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region