Rechtsanwälte und Ausreiseantragsteller in der DDR - Eine Geschichte zwischen Hoffnung und Verrat

20.02.2017 (19:00), Martin-Luther-King-Zentrum, Stadtgutstraße 23, 08412 Werdau

Die Ausreisewelle brachte die DDR zunehmend in neue Existenznöte. Die SED wollte daher die Zahl der Ausreiseantragsteller zurückdrängen. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) half dabei. Während es den meisten Anwälten verboten war, Ausreisewillige DDR-Bürger zu vertreten, ließ die Stasi andere gewähren. Im damaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt bediente sich das MfS besonderer Anwälte. So wurde in Zwickau der Anwalt Peter Wetzig mithilfe der Geheimpolizei installiert, um frühzeitig von Ausreiseanträgen zu erfahren und diese steuern zu können.

 

Peter Wetzig galt bald als der „Vogel von Zwickau“, weil er im Zusammenspiel mit dem bekannten Berliner Anwalt Wolfgang Vogel bei der Vermittlung von Ausreisen behilflich war. Damit konnte sein Doppelspiel getarnt werden, denn Wetzig war dem MfS laut Akten auch als Inoffizieller Mitarbeiter verpflichtet und erhielt viele Zuwendungen und auch einen hohen Orden von der Stasi.

 

Dr. Christian Booß, Jahrgang 1953, ist Historiker und Journalist. Seit 2009 ist er Projektbeauftragter der Abteilung Bildung und Forschung bei der Stasi-Unterlagen-Behörde.

 

Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf Ihr/Euer Erscheinen.

 

 

 

Veranstaltungsort: Martin-Luther-King-Zentrum, Stadtgutstraße 23, 08412 Werdau

Veranstalter: Martin-Luther-King-Zentrum

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