Vortrag: Zumutbare Wahrheiten zur kirchlichen Aufarbeitung der beiden Diktaturen des 20. Jahrhunderts - Die letzten Jahrzehnte Protestantismus innerhalb der 900-jährigen Zwickauer Geschichte

23.01.2018 (17:00), Hochschulbibliothek der Westsächsischen Hochschule Zwickau, Klosterstraße 7, 08056 Zwickau

Folgende These wird erörtert und dann zur Diskussion gestellt: 

Der nicht aufzuhaltende Vertrauensverlust (Implosion) der Landeskirche ist von ihr selbst mit verursacht, weil keine sachgerechte Aufarbeitung der NS- und DDR-Diktatur erfolgte. (Implosion ist der Gegensatz von Explosion)

 

An einzelnen Personen wird das Denken und Handeln von Christen - größtenteils aus der Zwickauer Region - dargestellt. Sie waren staatshörig. In der Nazi-Zeit haben sie sich unerbittlich eingesetzt, mit „Luther und Hitler“ eine neue Kirche zu schaffen. In der DDR-Zeit haben sie Andersdenkende aus der Kirche herausgedrängt, damit das „gute Staat-Kirche-Verhältnis“ erhalten bleibt. Ihr Verhalten war schädigend und nachhaltig, denn sie haben Verrat geübt. 

 

Weder nach der bedingungslosen Kapitulation 1945 noch nach der Friedlichen Revolution 1989 wurde dieses Versagen weder öffentlich gemacht noch aufgearbeitet. Bis heute liegt darüber die Decke des Schweigens. Somit kann es sich in ähnlicher Weise wiederholen. Die Gefahr besteht, wer in der Diktatur schläft, der wacht in der Diktatur auf!

 

Es ist die Zeit angebrochen wie bei den Fällen des Kindesmissbrauchs innerhalb der Kirchen, dass darüber ein öffentlicher Diskurs geführt wird. So kann sich zaghaft neues Vertrauen entwickeln und zurückgewonnen werden.

 

 



Veranstaltungsort: Hochschulbibliothek der Westsächsischen Hochschule Zwickau, Klosterstraße 7, 08056 Zwickau
Veranstalter: Bibelarbeitskreis Zwickau mit Pfarrer i.R. Dr. Edmund Käbisch
Kooperationspartner: Zeitzeugenbüro Berlin

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