VW-Azubis im Dialog über Werte, Demokratie und Gesellschaft
Mittwoch
02 Apr.
2025
Die ersten Projekttage für das Jahr 2025 mit den Auszubildenden von Volkswagen haben stattgefunden. Drei Tage lang beschäftigten sich die Teilnehmenden intensiv mit gesellschaftlich relevanten Themen. Dabei standen Werte und Identität, kritische Medienkompetenz, Diskriminierung und die Aufarbeitung des NSU-Komplexes im Fokus.
Am ersten Tag lag der Schwerpunkt auf den Themen Werte und Identität. Die Azubis reflektierten ihre eigenen Werte, erkannten Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Gruppe und setzten sich mit Identität und Zugehörigkeit auseinander. Dabei wurde verdeutlicht, dass demokratische Werte keine Selbstverständlichkeit sind, sondern aktiv gelebt und geschützt werden müssen.
Im zweiten Teil des Tages widmeten sich die Teilnehmenden der kritischen Medienkompetenz. Im Workshop von Mekosax lernten sie, wie Desinformation und gezielte Manipulation in Medien verbreitet werden, welche Auswirkungen dies auf gesellschaftliche Diskurse hat und wie sie valide Informationen erkennen können. Die Bedeutung eines reflektierten und kritischen Umgangs mit Medien sowie der Schutz demokratischer Prozesse durch eine informierte Gesellschaft wurden dabei besonders hervorgehoben.
Der zweite Tag stand im Zeichen des Themas Diskriminierung, behandelt durch das Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC). Die Teilnehmenden erfuhren, was Diskriminierung ist, wie sie funktioniert und welche Folgen sie für Betroffene und die Gesellschaft hat. Anhand von Beispielen aus ihrem Alltag, sei es im Fußball, in der Musikszene, beim Gaming, in sozialen Medien oder am Arbeitsplatz, wurden verschiedene Diskriminierungsformen wie Rassismus, Homofeindlichkeit und Sexismus diskutiert. Zudem wurden Handlungsstrategien entwickelt, um aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen.
Am dritten und letzten Tag stand die Aufarbeitung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) im Mittelpunkt. Die Azubis lernten die Geschichten der Opfer kennen, entwickelten Empathie und reflektierten die Folgen für Angehörige. Ebenso wurden die Täter und ihre Unterstützerstrukturen analysiert, um Manipulationsmechanismen zu erkennen. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Betrachtung der gesellschaftlichen und institutionellen Strukturen, die die Mordserie ermöglichten, darunter Ermittlungsbehörden, Medien und das soziale Umfeld.
Die Projekttage boten den Auszubildenden eine wertvolle Gelegenheit, sich intensiv mit diesen gesellschaftlich relevanten Themen auseinanderzusetzen. Neben theoretischem Wissen standen vor allem praktische Ansätze und der Austausch untereinander im Mittelpunkt.
Veranstalter: Alter Gasometer e.V.