Jüdisches Zeitzeugenvideo zum Holocaust-Gedenktag

Dienstag
27 Jan.
2026

Am 27. Januar, dem internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, erinnerte das Projekt „DenkMal! Todesmarsch Mülsen – Eibenstock 1945“ an die Verfolgten und Ermordeten des NS-Regimes. Dies sollte nicht nur symbolisch geschehen, sondern mithilfe einer bewussten Auseinandersetzung mit der Biographie eines ehemaligen Häftlings aus dem KZ-Außenlager Mülsen St. Micheln.

Aufgrund der winterlichen Witterung wurde die Veranstaltung nicht wie ursprünglich geplant an der Außenwand der ehemaligen Textilfabrik statt, sondern in einem ausgeschilderten Raum innerhalb der Fabrik. Dort versammelten sich rund 35 Besucherinnen und Besucher, die den Raum bis auf den letzten Platz füllten.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vorführung eines Ausschnitts aus einem Zeitzeugenvideo mit Eugene Zinn, einem jüdischen Häftling, der im März 1945 aus Auschwitz in das KZ-Außenlager Mülsen deportiert wurde und den Todesmarsch im darauffolgenden April überlebte. In dem auf Englisch geführten, deutsch untertitelten Interview schildert Zinn eindrücklich seine Erinnerungen an Verfolgung, Gewalt und Entmenschlichung. Seine Worte machten das erlittene Unrecht auf eine unmittelbare, persönliche Weise erfahrbar und verliehen den abstrakten Zahlen der Geschichte ein Gesicht und eine Stimme.

Die ruhige, konzentrierte Atmosphäre im Raum ließ spüren, wie sehr die Anwesenden von den Schilderungen bewegt waren. Die Veranstaltung wurde so zu einem gemeinsamen Moment des Innehaltens, Erinnerns und der Verantwortung – gerade auch vor dem Hintergrund der lokalen Geschichte von Mülsen und der Region.

Die Veranstaltung war Teil des sachsenweiten TACHELES Jahres der Jüdischen Kultur und setzte einen bewussten Fokus auf lokale Geschichte und gelebte Erinnerungskultur.

Würdevolles Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

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