Gedenken an den Todesmarsch: Gespräch mit dem Nachfahren Hans Breuer

Montag
13 Apr.
2026

Am Montagabend, den 13. April, hatte das Projekt „DenkMal! Todesmarsch Mülsen–Eibenstock 1945“ zu einer Gedenk- und Gesprächsveranstaltung in die Vereinshalle nach Mülsen St. Niclas eingeladen. Erinnert wurde an den Todesmarsch von etwa 800 Häftlingen des KZ-Außenlagers Mülsen St. Micheln, der vor 81 Jahren über mehrere Tage bis nach Litoměřice führte. 83 der Häftlinge wurden in Niederschlema erschossen und verscharrt, nur wenigen gelang die Flucht.

Gast des Abends war Hans Breuer aus Wien. Sein Großvater war 1944 aus dem KZ Flossenbürg in das Außenlager nach Mülsen St. Micheln verlegt worden. Breuer, Jahrgang 1954, war über Jahrzehnte als Wanderschäfer unterwegs – fast ein halbes Jahrhundert zog er mit seinen Schafen durch Europa. Sein Lebensweg führte ihn über politische Gruppen in Frankreich zurück nach Österreich, wo er sich schließlich als Schäfer selbstständig machte. Die Verfolgungsgeschichte seiner Familie prägt ihn bis heute: Seine Mutter überlebte die Flucht aus einem Gestapo-Verhör, sein jüdischer Vater rettete sich durch Flucht nach Italien und England. Diese Erfahrungen spiegeln sich auch in Breuers künstlerischem Ausdruck wider. Zwischen biografischen Texten sang er jiddische Lieder, das „Moorsoldaten-Lied“ sowie Bettina Wegners Ballade „Sind so kleine Hände“, bei dem einige der Gäste leise mitsangen.

Im anschließenden Gespräch sprach Breuer über sein Buch „Partisan im Frieden“, in dem er sein Leben als Wanderschäfer mit der Geschichte seiner Familie verbindet. Ergänzt wurde der Abend durch eine kleine Auswahl seiner gemalten Bilder, darunter ein Werk zum Beginn des Todesmarsches vor der Textilfabrik. Der Abend war eindrucksvoll und berührend, und Hans Breuer nahm sich zum Abschluss noch Zeit für Gespräche mit dem Publikum.

Vortrag zu Fotografien aus dem KZ-Außenlager Mülsen

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