VW-Projekttage bei sonnigen Wetter

Donnerstag
28 Mai
2026

Im Rahmen seiner Bildungsarbeit versteht sich der Verein Alter Gasometer e. V. als Ort für gesellschaftliche Debatten, kulturelle Bildung und demokratische Mitgestaltung. Projekttage mit jungen Menschen aus Ausbildung und Beruf sind dabei ein zentraler Bestandteil: Sie schaffen Freiräume für Austausch, Reflexion und gemeinsames Lernen jenseits des Arbeitsalltags und fördern den Dialog zwischen betrieblicher Praxis und soziokulturellen Perspektiven.

Vom 26.05. bis 28.05. fanden im Alten Gasometer dreitägige Projekttage mit 18 Auszubildenden von Volkswagen statt. Im Fokus standen Fragen der Mitbestimmung im Betrieb, soziale Ungleichheiten und aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen. Die Teilnehmenden zeigten dabei eine bemerkenswerte Konzentrationsfähigkeit und setzten sich über den gesamten Zeitraum hinweg intensiv und ausdauernd mit komplexen Themen auseinander. Besonders hervorzuheben sind die differenzierten und reflektierten Beiträge der Auszubildenden, die immer wieder durchdachte Perspektiven und eigene Erfahrungen einbrachten.

Die Auseinandersetzung mit Ursachen und Folgen von Diskriminierung, insbesondere Klassismus, verlief auf einem hohen inhaltlichen Niveau. Die Referentinnen vermittelten die Themen fachlich fundiert, sensibel und praxisnah und schufen so einen vertrauensvollen Rahmen. Dadurch entstanden lebendige Diskussionen, in denen die Auszubildenden mit klugen Nachfragen und fundierten Antworten überzeugten. Besonders gelungen war es, individuelle Erfahrungen der Teilnehmenden mit strukturellen gesellschaftlichen Zusammenhängen zu verknüpfen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz sowie der Verbreitung von Fake News. Der Referent von Mekosax vermittelte die Inhalte anschaulich und kompetent. Die Gruppe arbeitete konzentriert an den technischen Grundlagen und diskutierte anhand konkreter Beispiele, wie Desinformation entsteht und welche Rolle KI dabei spielt. Die Auszubildenden beteiligten sich aktiv mit durchdachten Einschätzungen und zeigten ein hohes Maß an Reflexionsfähigkeit im Umgang mit Medien.

Insgesamt waren die Projekttage geprägt von einem engagierten, zugleich fokussierten Austausch. Digitale Methoden unterstützten die intensive Arbeitsatmosphäre und ermöglichten interaktive Zugänge zu komplexen Fragestellungen. Diskussionsformate, digitale Abstimmungen und kollaborative Phasen stärkten Beteiligung und eigenständiges Denken.

Besonders sichtbar wurde das große Engagement der Auszubildenden: Sie brachten eigene Perspektiven ein, hinterfragten gesellschaftliche Zusammenhänge kritisch und entwickelten konstruktive Lösungsideen. Die respektvolle und konzentrierte Atmosphäre trug dazu bei, auch kontroverse Positionen sachlich zu diskutieren und demokratische Prozesse unmittelbar erfahrbar zu machen.

Ein weiterer Programmpunkt widmete sich der lokalen Geschichte und ihren Bezügen zur Gegenwart. Im Rahmen eines digitalen Actionbounds erkundete die Gruppe jüdisches Leben in Zwickau. Die Teilnehmenden arbeiteten auch hier aufmerksam und interessiert, nutzten die Gelegenheit zum Austausch im öffentlichen Raum und stellten durchdachte Bezüge zur heutigen Zeit her. Die Beschäftigung mit historischen Biografien und Orten wurde mit der Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex verbunden. Themen wie Erinnerungskultur, institutionelles Versagen und gesellschaftliche Verantwortung wurden differenziert diskutiert.

Die Erfahrungen aus den Projekttagen fließen in die weitere Bildungsarbeit des Alten Gasometers ein und unterstreichen den hohen Wert solcher Formate für politische Bildung und Teilhabe. Ziel bleibt es, vergleichbare Angebote weiter auszubauen und junge Menschen nachhaltig für gesellschaftliche Mitgestaltung zu gewinnen.

Veranstalter: Alter Gasometer e. V.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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