Summer School verbindet Geschichte, Erinnerung und Theater
Donnerstag
13 Aug.
2026
Vom 1. bis 9. August 2026 gingen zwölf junge Menschen aus Deutschland und Tschechien in Thalheim, Kadaň und Olbernhau gemeinsam auf Spurensuche. Im Rahmen einer internationalen Summer School setzten sie sich mit Fragen von Heimat, Erinnerungskultur und den Folgen der NS-Zeit auseinander. Die Summer School wurde im Rahmen des Projekts „DenkMal! Todesmarsch Mülsen – Eibenstock 1945“ organisiert und durchgeführt.
Ausgangspunkt waren historische Recherchen an authentischen Orten, darunter die ehemalige Textilfabrik Mülsen, auf deren Gelände sich während des Zweiten Weltkriegs das KZ-Außenlager Mülsen befand. Besonders bewegend waren die Begegnungen mit den Geschichten des Holocaust-Überlebenden Eugene Zinn sowie der Austausch mit seinem Sohn Harry Zinn aus Los Angeles. Dessen Appell, die Erinnerungen seines Vaters lebendig zu halten, prägte die Arbeit der Gruppe nachhaltig.
Weitere Stationen führten entlang der Spuren des Todesmarschs in Schlema sowie nach Kadaň in Tschechien, wo die Teilnehmenden Einblicke in die deutsch-tschechische Geschichte und Fragen von Heimat, Vertreibung und Zusammenleben erhielten.
Den Abschluss bildete eine Dokumentartheater-Performance im Theater Variabel in Olbernhau. Aus historischen Quellen, Zeitzeugenberichten, persönlichen Erfahrungen und aktuellen Fragestellungen entstand eine eindrucksvolle künstlerische Erzählung. Ein besonderer Moment war die Wiederentdeckung eines slowakischen Volksliedes, das Eugene Zinn einst mit seinem Sohn verband und das schließlich den emotionalen Schlusspunkt der Aufführung bildete.
Die Räume des Theaters waren bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Teilnehmenden ihre Ergebnisse präsentierten und zeigten, wie Geschichte lebendig vermittelt werden kann. Die Summer School machte deutlich: Erinnerungsarbeit endet nicht in der Vergangenheit, sondern stellt die Frage, welche Bedeutung historische Erfahrungen für unsere Gegenwart und Zukunft haben.