Gedenktage

27. Januar - Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Das KZ Auschwitz (-Birkenau) steht symbolhaft für den Völkermord und die Millionen Opfer des Nazi-Regimes.
Bundespräsident Roman Herzog erklärte das Datum 1996 zum offiziellen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. 2005 machte die UNO den 27. Januar zum Internationalen Holocaust-Gedenktag. Der Gedenktag erinnert an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus: Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.
Gerade Jugendlichen bietet dieser Gedenktag Anlass, sich mit der deutschen Vergangenheit zu beschäftigen und die Erinnerungen an das menschenverachtende System des Nationalsozialismus wachzuhalten.

 

Quellen:
www.digberlin.de (Deutsch-Israelische-Gesellschaft)
www.zwickau.de

8. März - Internationaler Frauentag

Der Internationale Frauentag (International Women's Day) wird weltweit von Frauenorganisationen am 8. März begangen. Die Idee kam auf der  Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen: Am 27. August 1910 wurde er von der deutschen Frauenrechtlerin und Sozialistin Clara Zetkin ins Leben gerufen. So wurde der 19. März als Internationaler Sozialistischer Frauentag zum Kampftag für das Frauenwahlrecht bestimmt.


Zur Erklärung des Datums werden je nach Quelle verschiedene Ereignisse erwähnt darunter:
•    eine Arbeiterinnendemonstration in St. Petersburg während der russischen Revolution 1917,
•    die brutale Niederschlagung einer Demonstration New Yorker Textilarbeiterinnen im Jahr 1857 oder
•    dem Brand in einer Textilfabrik 1908, bei dem 129 Arbeiterinnen ums Leben kamen, die während eines Streikes von den Fabrikbesitzern dort eingeschlossen wurden.


In Dänemark, Deutschland Österreich, Schweden, der Schweiz und den USA demonstrierten tausende von Frauen am 19. März 1911 für Gleichberechtigung. Mehr als eine Million Frauen gingen auf die Straße, eine bis dahin beispielslose Massenbewegung. Seit 1921 wurde der Tag auf den 8. März festgelegt, der zuvor am 19. März begangen worden war. Zum ersten Frauentag 1911 kamen in Dänemark, Österreich, Schweden, der Schweiz, Deutschland und in den USA Frauen zu Demonstrationen und Versammlungen zusammen. Im Mittelpunkt damals stand die Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen. Seitdem orientieren sich die Forderungen in jedem Jahr an der aktuellen politischen Lage des einzelnen Landes. Es geht um gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt, verstärkten Kampf gegen Diskriminierung.


Quelle: www. frauen.verdi.de

- Israelischer Shoah-Gedenktag

Der Holocaust-Gedenktag „Yom Hashoah“ ist der nationale israelische Gedenktag für die sechs Millionen Juden, die im Holocaust ermordet wurden. Die Feierlichkeiten beginnen nach der jüdischen Tradition mit Sonnenuntergang am 27. Nissan des hebräischen Kalenders und enden mit dem darauffolgenden Abend. 

 

Das Datum dieses Tages nach dem gregorianischen Kalender variiert, da der jüdische Kalender immer nach dem Mond neu berechnet wird. Er fällt auch im jüdischen Kalender nicht immer auf den 27. Nisan, da Trauertage nicht auf den Schabbat fallen oder an diesen angrenzen sollen. Ein auf Freitag oder Sonnabend fallender Jom haScho'a wird auf den Donnerstag vorgezogen, ein auf den Sonntag fallender auf Montag verschoben (2013, 2014).

Folgend beispielhaft einige Daten:

  • 2013: 8. April
  • 2014: 28. April
  • 2015: 16. April
  • 2016: 5. Mai

 

Zur Eröffnungszeremonie am Vorabend des Jom haScho'a werden üblicherweise sechs Fackeln entzündet, die symbolisch für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust stehen. Der Morgen beginnt mit Gedenkveranstaltungen in Yad Vashem. Im gesamten Land heulen um 10 Uhr für zwei Minuten die Sirenen. Der öffentliche Nahverkehr und normalerweise auch alle anderen Fahrzeuge halten an, die meisten Passanten bleiben schweigend stehen. Zu Füßen der sechs Fackeln in Yad Vashem werden Kränze von Vertretern verschiedener Institutionen und Gruppen Überlebender niedergelegt.
Während Jom haScho'a sind sehr viele öffentliche Einrichtungen in Israel geschlossen, im Fernsehen und Radio laufen keine Unterhaltungssendungen, sondern Trauermusik oder Dokumentationen zum Holocaust. Alle Fahnen wehen auf Halbmast. Bei Gedenkveranstaltungen wird das Gebet El male rachamim vorgetragen.

 

Auch in Zwickau wird diesem Tag gedacht. Ausführliche Informationen dazu finden Sie unter der Rubrik "Veranstaltungskalender".


Quelle:berlin.mfa.gov.il (Botschaft des Staates Israel – Berlin)

19. - 20.April - Nachtwache auf dem jüdischen Friedhof in Zwickau

tl_files/Bilder/Buendnis Kalender und News/davidstern.jpgGebetsnacht auf dem Jüdischen Friedhof

Vor acht Jahren wurde der Jüdische Friedhof in Zwickau geschändet. Den Zeitpunkt weiß man nicht genau, aber er liegt zwischen dem 20. April, Hitlers Geburtstag und dem 24. April. Seitdem findet in der Nacht zum 20. April auf Initiative der "Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit" eine Gebetsnacht auf dem Jüdischen Friedhof in Zwickau statt. Beginn ist am 19.04. um 20 Uhr. Die Gebetsnacht endet immer mit einer letzten Gebetsrunde um 6 Uhr. Immer für zwei Stunden ist eine Gruppe präsent. Alle halbe Stunde wird gebetet. Zum Aufenthalt in der Zwischenzeit steht ein Bus vom Jugendpfarramt breit. Dort ist auch für heiße Getränke gesorgt. Teilnehmer sind einige Kirchgemeinden aus der Ökumene Zwickaus, das Peter-Breuer-Gymnasium und die Christlich-Jüdische Gesellschaft.

 

Die Gedanken, die dieser Aktion vorausgingen, findet man in der Einleitung zu den Gebetstexten für diese Nacht (aus dem Jahr 2004): „Guter Ort' - so nennt die Jüdische Gemeinde ihre Friedhöfe. […] Im Jahr 2003 haben unverständige Menschen diesen guten Ort in Zwickau geschändet. Unser Volk trug schon einmal schwere Schuld am Volk Israel. Wir möchten nicht, dass dieser böse Samen wieder aufkeimt - deshalb diese Nacht als Nacht der Besinnung und des Gebetes […]".


Interessenten melden sich bitte bei Christoph Oehme.



Quelle: www.zwickau.de

1. Mai - Tag der Arbeit

Die internationale Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung begeht seit mehr als 100 Jahren den Tag der Arbeit. Anlass waren blutige Auseinandersetzungen bei einem Streik in Chicago im Mai 1886. Drei Jahre später rief die Zweite Sozialistische Internationale, ein Zusammenschluss linker Parteien, dazu auf, den 1. Mai zum Kampftag der Arbeiterklasse zu machen. 1890 gab es erstmals Massenkundgebungen – damals unter anderem für den Acht-Stunden-Tag.


1.    Mai in der Weimarer Republik
Erst am 15. April einigte sich die Nationalversammlung der Weimarer Republik darauf, dass zwei Wochen später, am 1. Mai 1919, Feiertag sein wird in Deutschland – zu Ehren der arbeitenden Bevölkerung. Doch schon ein Jahr später war es vorbei mit den Feiertagsfreuden zum Maibeginn. Noch viel zu gespalten war die Bevölkerung, als dass man dem Klassenkampf einen Feiertag zugestehen wollte.


Blutmai

Zehn Jahre nach dem ersten und bislang einzigen offiziellen Maifeiertag der Weimarer Republik kam es 1929 zu blutigen Ausschreitungen. SPD und KPD hatten sich ideologisch immer weiter voneinander entfernt. Am 1. Mai nun entfesselte sich der Streit: Karl Zörgiebel, der sozialdemokratische Berliner Polizeipräsident, hatte für den Tag ein Demonstrationsverbot über die Stadt verhängt. Er befürchtete Unruhen. Die KPD ließ sich aber davon nicht beirren und organisierte ihre Kundgebungen. Die Behörden reagierten mit Gewalt, es kam zu Schießereien. Viele Menschen starben an diesem Tag, der als erster des „Blutmai“ in die Geschichte einging.


Instrumentalisierung nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler instrumentalisierte der Diktator den 1. Mai und rief ihn 1933 zum „Tag der nationalen Arbeit“ aus. Besonders makaber: Nur einen Tag nach dem Maifeiertag stürmten NS-Schergen die Gewerkschaftsgebäude und verboten die Arbeiterorganisationen.
Der Maifeiertag wurde während der NS-Zeit für Paraden, Festzüge und Industrieschauen genutzt – die Nationalsozialisten demonstrierten Macht und Stärke. Der 1. Mai war kein Tag der Arbeit mehr, sondern hieß offiziell „Nationaler Feiertag des deutschen Volkes“. Den Menschen wurde Frohsinn verordnet bei Tanz, Musik und Sportwettkämpfen. Doch Hauptteil der Mai-Propaganda war Hitlers alljährliche Rede in Berlin, die via Rundfunk im ganzen Reich ausgestrahlt wurde.


1. Mai in der DDR
Der 1. Mai war seit der Verabschiedung der ersten Verfassung der DDR 1949 staatlich garantierter Feiertag, nicht mehr Teil einer Gegenkultur und Gegenöffentlichkeit. Anders als im Westen Deutschlands wurde der Tag der Arbeit zum staatlich verordneten Ritual, mit dem die Führung auch eine Verbesserung ihrer Legitimation erstrebte. Deutlich wurde das in dem Versuch, wirtschaftliche Erfolge herauszustellen. Die Arbeiter mussten geloben, mehr zu produzieren und besser zu arbeiten. Nicht mehr der Kampf um soziale und politische Rechte, sondern das Bemühen um wirtschaftlichen Fortschritt stand im Mittelpunkt der Kundgebungen.
Seit 1956 wurden die Ostberliner Maifeiern mit einer Militärparade nach sowjetischem Vorbild eröffnet. Der Aufmarsch der "gepanzerten Faust der Arbeiterklasse" veränderte das äußere Bild der Maifeiern total. Die Partei- und Staatsführung nahm die Parade von der Balustrade des Volkskammergebäudes hoch über den Köpfen der ostdeutschen Bevölkerung ab. Erst nachdem USA und UdSSR den Kalten Krieg überwunden hatten, verzichtete die SED-Führung ab 1977 auf das militärische Ritual. Die Ehrentribüne ließ sie absenken, so dass auch wieder ein engerer Kontakt mit der Bevölkerung möglich war und Hände geschüttelt werden konnten.
Mit solchen Gesten allein konnte die Entfremdung zwischen Volk und Führung in der DDR allerdings nicht überwunden werden. 1988 wurde die Maikundgebung deshalb zur geschlossenen Gesellschaft, denn aus Angst vor oppositionellen Spruchbändern und Demonstrationen ließ die Partei die Straßenzüge um die Karl-Marx-Allee großräumig von Kampfgruppen und FDJ abriegeln. Das Schauspiel wiederholte sich in ähnlicher Form am 1. Mai 1989, nur dass das offizielle Maikomittee diesmal mit Blick auf die Demokratisierungsbemühungen Gorbatschows in der Sowjetunion auf den üblichen Maigruß an alle "Bruderländer" verzichtete.


Der 1. Mai in der Bundesrepublik (1949-1989)

Seit der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) 1949 zeichnete der geschäftsführende Bundesvorstand für die Maifeiern verantwortlich und beschloss die Maiaufrufe und die zentralen Maiparolen. 1951 begründete er die Tradition, die politischen Kundgebungen mit kulturellen Veranstaltungen zu umrahmen. Aus einer zunächst schlichten Feierstunde entwickelte sich später eine Mairevue, auf der der DGB- Vorsitzende zwischen künstlerischen Darbietungen die gewerkschaftlichen Forderungen erläuterte. Diese Veranstaltungen wurden von den Rundfunkanstalten der ARD, später von den dritten Fernsehprogrammen übertragen bzw. in Ausschnitten gesendet.
Aber auch die Kulturveranstaltungen und die mediale Präsenz konnten nicht verhindern, dass sich seit Mitte der fünfziger Jahre ein deutlicher Trend zu sinkenden Teilnehmerzahlen einstellte. Selbst die Gewerkschaftsmitglieder begriffen den 1. Mai zunehmend weniger als Kampf- oder Feiertag der Arbeit. Der DGB versuchte, diesem Trend durch attraktive Massenveranstaltungen im Anschluss an die Kundgebungen entgegenzuwirken. Seit Ende der sechziger Jahre war tatsächlich wieder eine Zunahme zu verzeichnen. Das hing mit der Neugestaltung der Maifeiern, aber auch mit den verschlechterten gesamtwirtschaftlichen Eckdaten zusammen. 1966/67 brach die erste Nachkriegsrezession über die Bundesrepublik herein.

Nicht nur wirtschaftlich und politisch, auch gesellschaftlich standen die Signale auf Veränderung, wie nicht zuletzt die Maifeiern in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren dokumentierten. Neben den Gewerkschaften führten auch andere Gruppen Kundgebungen durch oder chaotisierten die offiziellen DGB-Feiern: So geschehen 1977 in Hamburg und Frankfurt, aber auch in anderen Städten wie Bremen und Berlin, wo sie aufgrund oppositioneller Störmanöver mehrere Jahre nur noch im Saal stattfanden. Bis zu den achtziger Jahren gelang es aber nach und nach, die Kluft zwischen der "alten" Arbeiterbewegung und den neuen sozialen Bewegungen zu verringern. Es wurde üblich, am 1. Mai erst zur DGB- Veranstaltung und anschließend zum alternativen Stadtteilfest zu gehen.
Der 1. Mai hatte von dieser Art Frühlingsknospen freilich wenig, denn der Trend zu rückläufigen Teilnehmerzahlen an den Kundgebungen setzte wieder ein. Anders als in früheren Zeiten gelang es dem DGB nicht mehr ohne weiteres, die sich verschärfenden Tarifauseinandersetzungen oder die Kampagnen für die 35-Stunden-Woche und gegen den Streikparagraphen 116 (Arbeitsförderungsgesetz) zu einer stärkeren Mobilisierung zu nutzen. Das Ende des 1. Mai, gleich ob als Kampf- oder als Feiertag der Arbeitnehmer, schien nahe. Auch innerhalb der Gewerkschaften sahen manche, wie die ÖTV-Chefin Monika Wulff-Matthies, die einzige Überlebenschance in der Umwidmung in eine Art Volksfest für die ganze Familie.


Der 1. Mai im vereinten Deutschland

Volksfest, Kampftag oder Feiertag, diese Überlegungen gerieten schnell in den Hintergrund, als 1989/90 ganz andere Ereignisse die Aufmerksamkeit der Gewerkschaften in Anspruch nahmen. Beinahe über Nacht hatte sich mit dem Zusammenbruch des Sozialismus die Welt verändert. Dem DGB- Vorsitzenden Ernst Breit hielt 1990 vor dem Berliner Reichstag die erste freie gewerkschaftliche Mairede an ein gesamtdeutsches Publikum seit 1932, seit beinahe 60 Jahren. Zugleich handelte es sich um den 100. Jahrestag des 1. Mai, eine wahrhaft historische Situation vor passender Kulisse.
Zunächst bescherte die staatliche Einheit der (west-)deutschen Wirtschaft einen Boom. Mahnende Stimmen, dass die überhastete Einführung der Marktwirtschaft und der DM die Absatzmärkte der DDR-Industrie wegbrechen lassen würde, wischte Kanzler Helmut Kohl hinweg: In wenigen Jahren entstünden in den neuen Bundesländern "blühende Landschaften". Nachdem der anfängliche Boom in eine Rezession umschlug, wurde deutlich, dass die ostdeutschen Länder über lange Jahre hinweg auf Hilfe aus dem Westen angewiesen sein würden.
Vor diesem Hintergrund entschloss sich der DGB, den 1. Mai 1992 unter das Motto "Teilen verbindet" zu stellen. Dieses Motto und die dahinter stehenden Gedanken stießen innerhalb der Gewerkschaften auf ein sehr geteiltes Echo. Viele Kritiker lehnten es als zu defensiv ab. Nach ihrer Meinung belastete die Bundesregierung die Arbeitnehmer mit den Kosten der Einheit im Vergleich zu Selbständigen unverhältnismäßig. Solidarisches Teilen sei Sache der gesamten Gesellschaft, nicht bloß einzelner Gruppen.

Am Beginn des 21. Jahrhunderts stehen die Gewerkschaften vor großen Herausforderungen. Mit der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ist das organisatorische Fundament für den Übergang von der Industrie- in die Dienstleistungsgesellschaft gelegt. Auch die Gewerkschaftsbewegung der Zukunft wird auf Symbole nicht verzichten können. Der Tag der Arbeit spielt hier eine wichtige Rolle. Er bietet nach wie vor gute Möglichkeiten zur Selbstdarstellung und Ansprache an ein breites Publikum. Das spricht nicht gegen seine Modernisierung, denn immer noch leiden die Gewerkschaften unter zu geringem Zuspruch gerade der jungen Generation.


In Deutschland und vielen anderen Ländern ist der 1. Mai ein gesetzlicher Feiertag.


Quellen:
http://www.dgb.de/dgb/geschichte/erstermai/geschichte1mai/index_html#cstart5
http://www.focus.de/wissen/bildung/Geschichte/tid-14063/maifeiertag-eine-unruehmliche-vergangenheit_aid_392936.html (Von FOCUS-Online-Autorin Kathrin Zeilmann)

8. Mai - Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges

Der 8. Mai 1945 markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Als Gedenktag erinnert er jährlich an die tiefe Zäsur von 1945: den Neuanfang und die doppelte Befreiung von Krieg und Nationalsozialismus. Heute ist der 8. Mai als Gedenktag für das Selbstverständnis der Republik nicht mehr wegzudenken. Doch das war nicht immer so. Lange Zeit tat man sich vor allem in Westdeutschland schwer mit dem 8. Mai, symbolisierte der Tag doch Befreiung und Niederlage zugleich. Das erschwerte zunächst die öffentliche Beschäftigung mit einer der tiefsten Einschnitte in der deutschen Geschichte und offenbarte zugleich eine Spaltung der Gesellschaft in der Frage, was und wie das richtige Erinnern sei. Dass die DDR früh einen Exklusivanspruch auf den Gedenktag äußerte, verstärkte diese Tendenz: Von 1950 bis 1966 feierte man ihn als "Tag der Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus", er sollte den antifaschistischen Gründungsmythos der DDR verfestigen.


Mit seiner Rede zum 8. Mai rückte Bundespräsident a. D. Richard Weizsäcker 1985 den Tag in den Mittelpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit. Seine Interpretation der Bedeutung des 8. Mai hatte wegweisenden Charakter: Nicht Kapitulation und Niederlage, sondern Befreiung von Krieg und NS-Dikatur ist spätestens seit Weizsäckers Rede der Grundtenor der Erinnerungskultur. Erstmalig wurde auch das lange gemiedene Thema Holocaust angesprochen: als einmalig und in der Erinnerung verbindlich, als grundlegend für das deutsche Selbstverständnis. "Das Vergessenwollen verlängert das Exil, und das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung" - so Weizsäcker 1985.
Zwar wurde auch noch in den 1990er-Jahren vor allem von rechtsextremen Kreisen immer wieder versucht, den 8. Mai erinnerungspolitisch zu besetzen und den Aspekt der Niederlage an Stelle der Befreiung zu setzen. Durchsetzen konnten sich diese Bestrebungen aber nicht. Als europäisches Datum kann der 8. Mai heute von vielen Europäern gefeiert und so Teil eines kollektiven europäischen Gedächtnisses werden.


Quelle: www.bpb.de


1.September / 21. September – Weltfriedenstag

Es gibt im Wesentlichen drei verschiedene Termine für diesen Tag:
-     weltweit und in der nichtkatholischen Kirche - UNO-Weltfriedenstag am 21. September
-     deutschlandweit 1. September
(-    katholische Kirche: 1. Januar)

UNO-Weltfriedenstag (21. September)

Am dritten Dienstag im September beginnen traditionell die Jahresversammlungen der UN-Generalversammlung. 1981 entschied die Generalversammlung an diesem Tag, dem 21. September: "Dieser Tag soll offiziell benannt und gefeiert werden als Weltfriedenstag (International Day of Peace) und soll genützt werden, um die Idee des Friedens sowohl innerhalb der Länder und Völker als auch zwischen ihnen zu beobachten und zu stärken." 
Seit 2004 hat sich auch der Ökumenische Rat der Kirchen diesem UNO-Tag angeschlossen, um seinerseits zu einem Internationalen Tag des Gebetes für den Frieden aufzurufen.


1. September

In Deutschland wird der Weltfriedenstag zumeist am 1. September begangen, weil an diesem Tag auch der Antikriegstag zum Gedenken an den Beginn des Zweiten Weltkrieges begangen wird.
Nach der Novemberrevolution 1918 in Deutschland riefen die beiden damaligen bedeutendsten pazifistischen Organisationen, die von Bertha von Suttner mitgegründete Deutsche Friedensgesellschaft (DFG) und der Bund Neues Vaterland (BNV), unter der Parole Nie wieder Krieg eine Kampagne ins Leben, deren Ziel es war, die persönlichen Erinnerungen an die Kriegsgreuel durch alljährliche Massenkundgebungen am 1. August, dem Tag des Beginns des 1. Weltkriegs, wachzuhalten und die Menschen für die Durchsetzung einer dauerhaften Friedenspolitik zu aktivieren. In Dänemark und Schweden wurde dieser Tag schon zuvor, während des Krieges, als Antikriegstag begangen. Bei der Gründung des Friedensbundes der Kriegsteilnehmer (FdK) im Oktober 1919 wurde festgelegt, alljährlich am ersten Augustwochenende Massenkundgebungen zur Erinnerung an den Kriegsbeginn 1914 zu organisieren, die den Friedenswillen des deutschen Volkes bekunden sollten. Zur ersten Kundgebung am 1.August 1920 im Berliner Lustgarten riefen Organisationen der Friedensbewegung sowie der Arbeiterjugend auf. 1921 traten Vertreter der SPD, der USPD und des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes dem Nie-wieder-Krieg-Ausschuss bei. Dieses Bündnis machte aus den Antikriegsaktionen eine Massenbewegung, am 31. Juli 1921 beteiligten sich im ganzen Reichsgebiet etwa 500.000 Menschen in etwa 250 Städten an den Kundgebungen. Doch schon der Antikriegstag 1922 zeigte, dass die Nie-wieder-Krieg-Bewegung ihren Höhepunkt überschritten hatte. Bemerkenswert war jedoch die Ausweitung auf internationaler Ebene. Über die bereits genannten Länder hinaus wurden in der Schweiz, in Österreich, Portugal, Skandinavien und auf dem Balkan Antikriegstage durchgeführt.
Heute wird in Deutschland der Antikriegstag alljährlich am 1. September begangen; er erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939. Die Initiative ging vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aus, der erstmals am 1. September 1957 unter dem Motto Nie wieder Krieg zu Aktionen aufrief. Seinen Höhepunkt erreichte der Antikriegstag in den späten 70-er Jahren, als zehntausende Menschen an den Kundgebungen teilnahmen. Auch in der DDR wurde am 1. September der Weltfriedenstag gefeiert.


1. Januar
Die katholische Kirche begeht seit 1967 einen Weltfriedenstag. Der Tag fällt normalerweise auf den 1. Januar und ist mit einer Weltfriedensbotschaft des Papstes verbunden, wird aber in deutschen Gemeinden flexibel innerhalb der ersten 6 Wochen des Jahres begangen. Papst Paul VI. wandte sich 1967 an die Regierenden in aller Welt mit einer Friedensbotschaft und erklärte darin den Neujahrstag zum Weltfriedenstag.

 

Quellen:
www.bpb.de
http://www.heiligenlexikon.de/Gedenktage/Weltfriedenstag.html#UNO-Weltfriedenstag

Der zweite Sonntag im September - Gedenktag für die Opfer des Faschismus

„Die überlebenden Verfolgten und Opfer des Faschismus standen nach der Befreiung vor schweren Existenzproblemen. Insbesondere die Überlebenden des Holocaust waren nicht selten die einzigen Überlebenden ihrer Familie und nun ganz auf sich gestellt. Auf Anweisung und mit Hilfe der Alliierten wurden schon in den ersten Wochen nach der Befreiung zahlreiche Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer des Faschismus ergriffen. Diese Aufgabe wurde bald in die Hände der deutschen Verwaltungen übergeben.


Auf alliierte Anordnung entstanden in allen Besatzungszonen „Opfer des Faschismus-Ausschüsse“, die den Sozialämtern angegliedert wurden. In ihnen arbeiteten häufig Verfolgte des Naziregimes. Als die Jahrestage der Ermordung Ernst Thälmanns, Rudolf Breitscheids und der Widerstandskämpfer des 20. Juli bevorstanden, ergriff der „Hauptausschuss Opfer des Faschismus“ Anfang August 1945 die Initiative zur Begründung eines Gedenktages für die Opfer des Faschismus. Der Berliner Magistrat nahm sich dieses Anliegen an und rief erstmals für den 9. September 1945 zum „Tag der Opfer des Faschismus“ auf. Auch in zahlreichen anderen deutschen Städten und an vielen Orten wurden im September 1945 Gedenkfeiern für die Opfer des Faschismus vorbereitet. Mit Genehmigung der Besatzungsmächte unterstützten die neu zugelassenen Parteien, die jüdischen Gemeinden, die Kirchen und die Gewerkschaften den Gedenktag.


Erstes Gedenken:

Am frühen Nachmittag des 9. September 1945 bewegten sich in Berlin 30 Demonstrationszüge durch die Stadt. Ihr Ziel war das nach dem Arbeitersportler und 1944 hingerichteten Widerstandskämpfer Werner Seelenbinder benannte Neuköllner Stadion. Umrahmt von Fahnen der von Deutschland überfallenen Länder erhob sich in der Mitte des Platzes das Ehrenmal, dass der Berliner Baustadtrat Hans Scharoun entworfenen hatte.
Unter den Buchstaben „KZ“ stand der rote Winkel der politischen Häftlinge, der sich seither auf zahlreichen Plakaten, Aufrufen, Denkmälern, Publikationen und Abzeichen findet. Hunderttausend Menschen, darunter 15.000 Oper des Faschismus, standen dichtgedrängt, als der Trauermarsch von Frederic Chopin erklang. Die Rednerinnen und Redner der Gedenkfeier verbanden Trauer und Gedenken mit dem Aufruf, den Nazismus mit all seinen Wurzeln zu beseitigen, wie es auch im Schwur von Buchenwald gefordert wird, und ein freies demokratisches Deutschland aufzubauen. Im Gedenken an alle Opfer des Faschismus waren die Kundgebungen in den ersten Nachkriegsjahren weitgehend überparteilich und überkonfessionell. Die Gedenkveranstaltungen in vielen Städten Deutschlands mit Hunderttausenden von Teilnehmern förderten die beginnende Auseinandersetzung mit der nazistischen Vergangenheit. Sie rückten die Opfer des Faschismus und auch den Widerstand gegen das Nazi-Regime in das Bewusstsein der Bevölkerung.


Historische Wurzeln der VVN:
Von 1946 bis 1948 gründeten sich in allen Besatzungszonen Kreis- und Landesorganisationen Der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN)“. Seit dieser Zeit gehörte die VVN zu den Trägern des OdF-Tages.
Personell und organisatorisch ging die VVN aus den kommunalen OdF-Betreuungsstellen hervor. Über die dort geleistete soziale Hilfe hinaus sollte eine unabhängige Organisation die politischen Interessen der Verfolgten des Nazi-Regimes vertreten.
Die Aufgaben der VVN umfassten den Kampf um Entschädigung erlittenen Unrechts, sammeln von Beweismaterial zur Verurteilung von NS-Tätern, Einsatz beim Wiederaufbau Deutschlands. Politisches Ziel war es, das Vermächtnis der Toten zu wahren, den Nazismus mit all seinen Wurzeln zu beseitigen, insbesondere die Jugend aufzuklären sowie den Widerstand zu dokumentieren und zu würdigen. Zu dieser Zeit war die VVN die einzige Verfolgtenorganisation. In ihr schlossen sich NS-Gegner der verschiedensten Weltanschauungen und Konfessionen und aus rassischen Gründen Verfolgte zusammen. Überparteilichkeit und Überkonfessionalität gehörten zu ihrem Grundverständnis.


Gedenken in ganz Deutschland:
Die internationale Länderkonferenz der VVN legte im März 1947 fest, den Gedenktag für die Opfer des Faschismus jährlich in ganz Deutschland am gleichen Tage zu begehen: am zweiten Sonntag im September.
Mit Beginn des Kalten Krieges – und endgültig nach den deutsch-deutschen Staatsgründungen – teilte sich das bis dahin von einem breiten, antifaschistischen Konsens getragene Gedenken in zwei unterschiedliche Gedenkkulturen. In der DDR zum offiziellen Gedenktag erhoben, wurde der zweite Sonntag im September in der frühen Bundesrepublik im sich verschärfenden Ost-West-Konflikt zunächst inhaltlich neu ausgerichtet, dann aber bald zugunsten des Volkstrauertages ganz aufgegeben. Daher ist die Geschichte des „Opfer des Faschismus-Tages“ in Westdeutschland bis heute weitgehend unbekannt. Als Bundespräsident Roman Herzog 1996 den Tag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, den 27. Januar, offiziell zum „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus“ erhob, erinnerte kaum jemand an den ersten gesamtdeutschen Gedenktag für die Opfer des Faschismus der frühen Nachkriegszeit. In den neuen Bundesländern werden die Gedenkveranstaltungen der VVN-BdA für die Opfer des Faschismus nach wie vor am zweiten Sonntag im September begangen, während die Termine der Gedenkfeiern in den alten Bundesländern mehr uneinheitlich und individuell geregelt sind.“


Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Tage, an denen Antifaschisten der Opfer des Faschismus gedenken, sich mehr und mehr auf den 27. Januar, den 8. Mai, die Jahrestage der Reichpogromnacht und den Antikriegstag verschieben."

 

Quelle:
http://vvn-bda-bochum.de/archives/360 (kompletter Auszug)

02. Oktober: Tag des Flüchtlings / Interkulturelle Woche

„Bereits seit 1975 findet jährlich Ende September bundesweit die Interkulturelle Woche / Woche der ausländischen Mitbürger statt. Daran beteiligen sich mittlerweile rund 200 Städte und Gemeinden mit insgesamt etwa 3.000 Veranstaltungen. Organisiert und getragen werden die Programme vor Ort zumeist von Bündnissen, in denen sich Vertreter von Kirchengemeinden, der Kommunen, von Migrantenorganisationen, von unterschiedlichen Einrichtungen, Vereinen oder Initiativen sowie interessierte Einzelpersonen engagieren.


Bis heute ist das Eintreten für bessere politische und rechtliche Rahmenbedingungen des Zusammenlebens von Deutschen und Zugewanderten ein Ziel der "Woche" geblieben. Aber auch durch Begegnungen und Kontakte im persönlichen Bereich ein besseres gegenseitiges Verständnis zu entwickeln und zum Abbau von Vorurteilen beizutragen, ist ein zentrales Anliegen der Initiative. Deshalb werden die Informationsveranstaltungen durch Feste und Begegnungen sowie Theater- und Filmvorführungen und Lesungen von Künstlerinnen und Künstlern ergänzt.


Es waren aktuelle gesellschaftliche Beobachtungen, die die großen christlichen Kirchen in Deutschland im Jahr 1975 veranlassten, den "Tag des ausländischen Mitbürgers", aus dem sich dann die heutige Interkulturelle Woche / Woche der ausländischen Mitbürger entwickelt hat, ins Leben zu rufen. Mit dem Tag bzw. der Woche der ausländischen Mitbürger wurden gesellschaftliche Diskussionen angestoßen, die bis heute wirken. 1978 formulierten die Kirchen in ihrem gemeinsamen Wort zum "Tag des ausländischen Mitbürgers": "Für viele ... ist die Bundesrepublik zum Einwanderungsland geworden." Über Jahrzehnte hinweg galt als Dogma der deutschen Ausländerpolitik: "Deutschland ist kein Einwanderungsland".

Im Jahre 1980 veröffentlichte der Ökumenische Vorbereitungsausschuss Thesen zur "Woche". Die erste These lautete: "Wir leben in der Bundesrepublik in einer multikulturellen Gesellschaft." Dies war der Anstoß für eine lebhafte Debatte, die sich über die 80er und 90er Jahre hinzog und später von Politikern aufgegriffen wurde.

Den christlichen Kirchen ist es darüber hinaus in den zurückliegenden Jahren gelungen, die Herausforderungen durch Migration und Flucht im Kontext einer verschärften Ausländerpolitik öffentlich zu machen und auf diese Weise zum Anwalt von Flüchtlingen zu werden, die in Deutschland Zuflucht suchen. Dies hat auch darin Ausdruck gefunden, dass bereits seit 1986 in der Interkulturellen Woche / Woche der ausländischen Mitbürger mit dem Tag des Flüchtlings auf die besondere Situation von Flüchtlingen hingewiesen wird.


Koordination und Unterstützung
Die Interkulturellen Woche / Woche der ausländischen Mitbürger ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, des Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxe Metropolie. Die Initiative wird von den Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen, Ausländerbeiräten, Ausländerbeauftragten und deutsch-ausländischen Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. Zur Vorbereitung der "Woche" wurde der Ökumenische Vorbereitungsausschuss eingerichtet. Er veranstaltet jährlich im Februar eine Vorbereitungstagung zur "Woche", an der rund 150 Multiplikatoren aus den Bereichen Migration, Integration und Flucht teilnehmen und die inhaltliche und politische Schwerpunktsetzung der kommenden Interkulturellen Woche erarbeiten. In der Folge werden Materialien erarbeitet, die sowohl den Akteuren vor Ort eine Orientierung sein wollen als auch für die Verbreitung an Informationsständen oder bei Veranstaltungen geeignet sind. Die inhaltliche Ausrichtung der "Woche" wird von einem Motto getragen, das in der Regel für zwei Jahre entwickelt wird.


Die empfohlenen Termine für die Interkulturelle Woche 2010 lauten:
2010: Sonntag, 26. September bis Samstag, 02. Oktober 2010.

 

Quelle:
www.interkulturellewoche.de

 

3. Oktober - Tag der Deutschen Einheit

Nachdem Versuche zur Etablierung eines Verfassungstages in der BRD wie schon in der Weimarer Republik wenig erfolgreich waren, brachte der Aufstand in der DDR am 17.6. 1953 die Frage eines Staatsfeiertages erneut auf die Tagesordnung. Die SPD, die das Ereignis als Arbeiteraufstand und Appell zur Wiedervereinigung deutete, forderte die Einrichtung eines "Nationalfeiertages". Demgegenüber trat die CDU für einen "nationalen Gedenktag" ein und hob den Charakter als Volksaufstand sowie die Politik der Westintegration hervor. Am 3.7.1953 verabschiedete der Bundestag gegen die Stimmen der KPD (Splitterparteien) das Gesetz über den "Tag der deutschen Einheit", das den 17. Juni als "Symbol der deutschen Einheit in Freiheit" zum gesetzlichen Feiertag bestimmte. Durch eine Proklamation von Bundespräsident Lübke am 11.6.1963 wurde dieser Tag zum "Nationalen Gedenktag des Deutschen Volkes" erklärt.


Der 17. Juni konnte die Werte- und Integrationsfunktion eines Staatsfeiertages aufgrund der begrenzten Symbolkraft des zugrundeliegenden Ereignisses nur zum Teil erfüllen. Die Niederschlagung des Aufstandes bot wenig positive Identifikationsmöglichkeiten. Daher war es auch schwierig, eine angemessene Form der Gedenkveranstaltung zu finden. Zeitweise drohte das alljährliche Bekenntnis zur Nation zum Ritual zu erstarren oder in Mythen aufzugehen. Zudem war die Symbolisierung der Offenheit der deutschen Frage von der aktuellen Deutschlandpolitik abhängig. So postulierte die SPD im Zeichen der Entspannungspolitik die Abschaffung des Tages der deutschen Einheit bzw. die Umwandlung in einen Arbeitstag, scheiterte aber letztlich an den Gewerkschaften, die den gesetzlichen Feiertag nicht aufgeben wollten. Die Bevölkerung stimmte zwar ebenfalls in Umfragen für die Beibehaltung, nutzte aber diesen Junitag eher zu Ausflügen als zum Gedenken an die Ereignisse in der DDR und zur Erinnerung an einen gesamtdeutschen Nationalstaat.


Mit der "unverhofften Einheit" 1990 erfüllte sich doch noch die Aufgabe des 17. Junis, der zugleich den Status als gesetzlicher Feiertag verlor. An seine Stelle wurde durch den Einigungsvertrag der 3. Oktober, der Tag des Inkrafttretens des Vertrages, zum "Tag der Deutschen Einheit" und zum gesetzlichen Feiertag bestimmt.

 

Rückblick 3. Oktober:
Um Mitternacht wird der Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes wirksam. Die offizielle Feier mit Feuerwerk findet im Beisein der höchsten Vertreter der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR sowie Hunderttausender Menschen vor dem Berliner Reichstag statt. Unter den Klängen der Nationalhymne wird um 0.00 Uhr die Bundesflagge gehisst. Die Bundesrepublik zählt nun insgesamt 78,7 Millionen Einwohner. Das Staatsgebiet hat sich um rund 108.000 auf 357.000 Quadratkilometer vergrößert.


Auch Berlin ist wieder vereint. Das Besatzungsstatut ist erloschen. In beiden Teilen der Stadt besteht nach dem 1. Mantelgesetz vom 25. September 1990 weitgehende Rechtseinheit. Bis zu den Wahlen am 2. Dezember 1990 wird die Stadt von Senat und Magistrat gemeinsam regiert. Bundeskanzler Helmut Kohl richtet zum Tag der Einheit eine Botschaft an alle Regierungen der Welt, mit denen das vereinte Deutschland diplomatische Beziehungen unterhält.
Der Tag der Deutschen Einheit ist der einzige gesetzliche Feiertag der Bundesrepublik Deutschland, der durch Bundesrecht festgelegt ist. Alle anderen Feiertage sind Ländersache.

 

Quellen:
www.chronik-der-mauer.de
www.bpb.de

9. November - Gedenktag für den Fall der Mauer zwischen Berlin-Ost und –West 1989

In einer Pressekonferenz des Sekretärs des Zentralkomitees der SED für Informationswesen, Günter Schabowski, stellte der italienische Journalist Ricardo Ehrmann eine Frage zur neuen Reiseregelung der DDR. Daraufhin verlas  Schabowski eine Erklärung, in der es unter anderem hieß: "Die zuständigen Abteilungen Pass- und Meldewesen der Volkspolizeikreisämter in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne dass dabei noch die Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen". Und: "Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD beziehungsweise zu West-Berlin erfolgen".


Auf die Frage, ab wann das gilt, sagte Schabowski: "Das tritt nach meiner Kenntnis... ist das sofort, unverzüglich." Da die Pressekonferenz live im DDR-Fernsehen übertragen wurde, zogen Tausende Berliner zu den Grenzübergangsstellen und verlangten deren Öffnung. Der Forderung kamen zuerst die Offiziere der Passkontrolleinheit und die Grenztruppen der DDR am Grenzübergang Bornholmer Straße nach. Die Folge war eine Kettenreaktion an allen Grenzübergängen in und um Berlin.


Nach Mitternacht wurden Übergänge auch an der innerdeutschen Grenze zur Bundesrepublik geöffnet. Die Mauer war nach 28 Jahren gefallen. Damit ging die mehr als 40 Jahre dauernde Teilung Deutschlands und die Spaltung des Kontinents zu Ende.

 

Quelle:
http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2008/22686222_kw45_neunter_november/index.html

9. November - Gedenken an die Reichspogromnacht 1938

„Die Diskriminierung, Ausgrenzung und Ermordung der Juden waren von Anfang an Ziele des nationalsozialistischen Deutschland. Von Beginn an wurden diese für jeden wahrnehmbar umgesetzt, so dass nicht zufällig bis Anfang 1938 bereits über 100.000 jüdische Deutsche ihr Heimatland verlassen hatten. Nach dem "Anschluss" Österreichs am 12. März 1938 nahmen Umfang und Brutalität der Verfolgung zu. In München, Nürnberg und Dortmund wurden von Juni bis September 1938 die Synagogen gesprengt und abgebrochen - Ereignisse, die die Bevölkerung begeistert feierte.
Diese zunehmende Verfolgung der Juden kulminierte schließlich in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, als in ganz Deutschland die meisten der noch bestehenden 400 Synagogen verwüstet und in Brand gesteckt, Friedhöfe geschändet und jüdische Geschäfte und Wohnungen verwüstet wurden.


Nach offiziellen Angaben kamen während des Pogroms rund 100 Menschen ums Leben, tatsächlich jedoch waren es wesentlich mehr, wenn man die zahlreichen Selbstmorde verzweifelter Menschen hinzuzählt. Rund 30.000 Juden, die nach ihrer Vermögenslage schon weit vorher "ausgesucht" worden waren, wurden verhaftet, in Konzentrationslager verschleppt und erst entlassen, wenn sie Auswanderungspapiere vorlegen konnten. Die Besitzer zerstörter Geschäfte mussten auf eigene Kosten "das Straßenbild wiederherstellen". Ihre Versicherungssumme von insgesamt 225 Millionen Reichsmark wurde hierfür beschlagnahmt. Außerdem wurde den Juden mit der Begründung, sie hätten den Ausbruch des "Volkszorns" zu verantworten, eine Kollektivstrafe auferlegt, die sich schließlich auf 1,127 Milliarden Reichsmark belief. Mit dem Pogrom begann zugleich die Phase der völligen Rechtlosigkeit, wurden Juden durch Gesetze und Verordnungen vollends aus der deutschen Gesellschaft ausgeschlossen“.

Besonders in denjenigen deutschen Städten, in denen bis 1938 eine intakte Synagoge stand, wird jährlich am 9. November der Pogrome gedacht. Die Form dieser Erinnerung hat sich seit 1945 erheblich gewandelt.
Bis 1958 waren meist lokale jüdischen Gemeinden die Hauptträger der Veranstaltungen, oft unterstützt von anderen Opfergruppen wie der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), gewerkschaftlichen und außerparlamentarischen Oppositionsgruppen. Sie wandten sich gemeinsam z. B. gegen neue antisemitische Tendenzen, zu langsame und mangelnde Bestrafung nationalsozialistischer Verbrechen und unzureichende Wiedergutmachung.


Seit 1963 wurde der 9. November in den meisten betroffenen Orten regelmäßig als Gedenktag an die „Kristallnacht“ unter dem Motto „Als die Synagogen brannten“ begangen. Im Vordergrund standen dabei die Gewalt und Zerstörung einer einzigen Nacht, während die folgende Deportation in KZs, „Arisierung“ und die Rolle der Zuschauer vielfach kaum bedacht wurden.


Zum 40. Jahrestag 1978 gewann das Gedenken an die Novemberpogrome ungeahnte Popularität. Gegenüber 1973 verzehnfachte sich die Anzahl der Gedenkveranstaltungen. Die spezifisch jüdische Verfolgungsgeschichte wurde nun erheblich differenzierter wahrgenommen, erforscht und gewürdigt.

 

Quelle:
http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2008/22686222_kw45_neunter_november/index.html

25. November - Aktionstag gegen Gewalt an Frauen

Rund um den 25. November, dem Internationalen Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“ werden bundesweit an Einrichtungen blaue Fahnen mit dem Schriftzug „frei leben – ohne Gewalt“ gehisst als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Sie unterstützen mit ihrer inzwischen jährlichen Fahnenaktion die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes, die sich überall auf der Welt für ein selbstbestimmtes und freies Leben von Frauen und Mädchen einsetzt. TERRE DES FEMMES setzt am 25.November mit der Fahne „frei leben – ohne Gewalt“ ein weithin sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Im Jahr 1960 wurden die drei Schwestern Mirabal wegen ihrer politischen Aktivitäten gegen den Diktator Trujillo vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter ermordet. 1981 wurde der 25. November als Gedenktag gegen Gewalt an Frauen von Aktivistinnen ausgerufen und 1999 von den Vereinten Nationen als Internationaler Gedenktag anerkannt. Für TERRE DES FEMMES ist dieser Tag neben dem Internationalen Frauentag am 8. März der Hauptaktionstag.


Quelle: www.frauenrechte.de

Volkstrauertag (zwei Sonntage vor dem 1. Advent)

Entstehung
Totengedenkfeiern fanden bis zur Zeit der Weimarer Republik traditionell am Totensonntag im November statt. Nach dem Ersten Weltkrieg aber bemühten sich der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK, gegründet 1919), einige Parteien, Kirchen sowie andere Personen und Institutionen um die Einführung eines nationalen Trauertages zum Gedenken an die Gefallenen des Krieges. Der VDK verwirklichte dieses Anliegen im Jahr 1922 erstmals mit einer zentralen Gedenkveranstaltung unter der Bezeichnung „Volkstrauertag“.

 

Volkstrauertag und die Instrumentalisierung im Nationalsozialismus
Zum gesetzlichen Feiertag wurde der nationale Trauertag aber erst 1934 während der NS-Herrschaft erklärt, unter dem Titel „Heldengedenktag“. Der Termin blieb zunächst der Sonntag Reminiscere. Am „Heldengedenktag“ wurde indes nicht nur der Toten des Ersten Weltkrieges gedacht, sondern auch der sogenannten „Gefallenen der Bewegung“, d.h. derjenigen Parteigänger der NSDAP, die bei dem Putschversuch am 9.11.1923 ums Leben gekommen waren.
Im Jahr 1939 ordnete Hitler an, den „Heldengedenktag“ auf den 16. März zu verlegen, den Tag der Wiedereinführung der Wehrpflicht 1935, wenn dieser Tag auf einen Sonntag fiel. Wenn nicht, sollte der „Heldengedenktag“ am Sonntag vor dem 16. März begangen werden. Damit gab man die letzte Bindung an den christlichen Kalender auf. Die Bezeichnungen „Heldengedenktag“ und „Heldengedenken“ wurden von den Nationalsozialisten eingeführt und ausschließlich von Ihnen verwendet.
Es handelte sich beim „Heldengedenken“ nicht um eine Trauerveranstaltung, und so trat auch das Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs bald völlig in den Hintergrund. Vielmehr war der „Heldengedenktag“ zunächst ein Tag der Glorifizierung des soldatischen Selbstopfers im Krieg und ein Ehrentag für die beim Putschversuch von 1923 umgekommenen Nationalsozialisten, später wurde er dann der Ehrentag der Wehrmacht. An diesem Tag wurde das Volk eingeschworen auf neue Opfer in dem neuen Krieg, an diesem Tag sollte die Bevölkerung ihre Einheit mit dem „Führer“ und seiner Nationalsozialistischen Partei weiter verinnerlichen. Der „Heldengedenktag“ diente damit vor 1939 der Vorbereitung auf den geplanten Angriffskrieg, nach 1939 der Endsieg-Propaganda der NSDAP.
Dass das nationalsozialistische „Heldengedenken“ nichts mehr mit einer Trauerfeier zu tun haben sollte, wurde auch dadurch symbolisiert, dass die Fahnen ab 1939 nicht mehr auf Halbmast, sondern auf Vollstock gesetzt wurden. Gleichzeitig wurde für die „Gefallenen der Bewegung“ ein eigener Gedenktag eingeführt, der 9. November. Der letzte „Heldengedenktag“ fand 1945 statt.

 

Volkstrauertag nach dem Ende des 2. Weltkrieges
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde 1948 in den drei westlichen Besatzungszonen die Tradition des Volkstrauertages wieder in der alten Form aufgenommen und nach der Gründung der Bundesrepublik fortgeführt. In der ehemaligen DDR wurde ein „Internationaler Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors und Kampftag gegen Faschismus und imperialistischen Krieg“ eingeführt. 1950 fand die erste zentrale Veranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Bundestag in Bonn statt.
In Abgrenzung zur Tradition des Heldengedenktages wurde 1952 in einer Übereinkunft zwischen der Bundesregierung, den Ländern und den großen Glaubensgemeinschaften der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) bzw. den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) verlegt. Durch Landesgesetze ist der Tag geschützt. Der Volksbund versteht diesen Gedenktag auch mit zunehmendem Abstand vom Krieg als einen Tag der Trauer. Der Volkstrauertag ist aber auch zu einem Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden geworden.  Gedacht wird der „Toten zweier Kriege an den Fronten und in der Heimat“, an die Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen. Die offiziellen Reden bilden gewöhnlich auch den Anlass für geschichtspolitische Stellungnahmen von Politikern und namhaften Vertretern der Öffentlichkeit. In der Regel handelt es sich dabei um unspezifische Mahnungen zur Versöhnung, zur Verständigung und zum Frieden.


Positionen der Antifaschisten/innen

Auch wenn der Volkstrauertag als Gedenktag eher kritisch von den antifaschistischen Bewegungen gesehen wird, gibt es keine einheitlichen Konzepte, wie mit dem Volkstrauertag umgegangen werden kann. Die Vorschläge und Aufrufe reichen von der grundsätzlichen Kritik an der Form und den Inhalten des Gedenkens, über Kundgebungen und Demonstrationen bis hin zur Forderung der Abschaffung des Volkstrauertages unter dem Motto „Deutsche Täter sind keine Opfer“. Hintergrund dieser Forderung ist zum einen der laut antifaschistischen Kreisen betriebene „Geschichtsrevisionismus und Revanchismus“ und damit verbunden die „Verwischung der Grenzen zwischen Opfern und Tätern“. Dem voraus geht die Einteilung der in „Opfer“ und „Täter“, bzw. zwischen „wirklicher“ und „vermeintlicher Opfergruppen“. „Durch die Vermischung verschiedener wirklicher und vermeintlicher Opfergruppen und Zeitepochen verschwinden Ursache und Wirkung von Krieg und Massenmord in NS-Deutschland. Nach den Verweisen auf „dunkle Kapitel“ deutscher Geschichte können sich die Deutschen unverblümt als Opfer inszenieren und setzen die Ermordeten von Auschwitz, Belzec, Treblinka und anderen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern in eine Reihe mit dem Mordkollektiv, das diesen Horror erst möglich machte.“

Damit verbunden gilt die Kritik am diesem Gedenktag auch der Instrumentalisierung und Inszenierung des Volkstrauertages durch die rechtsextremen Szene. „Die FaschistInnen haben längst ihre eigene Interpretation des Volkstrauertages entwickelt. Bei ihnen heißt der Volkstrauertag etwas direkter und pathetischer „Heldengedenken“. Schon zu NS-Zeiten wurde der Volkstrauertag in Heldengedenken umbenannt. Die heutigen Nazis halten an dieser Tradition fest. Sie rufen offen dazu auf, nicht den Opfern des Naziterrors vor und während des Zweiten Weltkrieges zu gedenken, sondern lediglich der toten Deutschen aus SS, Wehrmacht und Zivilbevölkerung.“


Die meisten Landes- und Kreisvereinigungen der VVN in der Bundesrepublik haben weder den 2. Sonntag im September noch den Volkstrauertag als Gedenktag für die Opfer des Faschismus genutzt, sondern führen ihr Gedenken am 27. Januar, 8. Mai, 09.November und/oder am 01. September durch.

 

Aktivitäten von Rechtsextremisten zum »Heldengedenktag« 2009 in Sachsen (z.T. aus dem Verfassungsschutzbericht Sachsen 2009)
Der Volkstrauertag, zur NS-Zeit „Heldengedenktag“ genannt, ist für die extreme Rechte ein besonderes Datum. Der Gedenktag wird missbraucht, um das NS-Regime im revisionistischen Sinne von der Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg zu entlasten und die Wehrmacht zu glorifizieren. Gedacht wird an diesem Tag, so heißt es in der Waffen-SS-treuen Zeitschrift „Der Freiwillige“, „unseren gefallenen Soldaten und den durch die völkerrechtswidrige Vertreibung vor und nach 1945 und den durch alliierten Bombenterror ums Leben gekommenen Zivilisten in der Heimat“. Rechtsextremisten begehen diesen Tag mit öffentlichen Gedenkfeiern oder szenetypischen Veranstaltungen und Kranzniederlegungen. So wird beispielsweise auf (Soldaten- )Friedhöfen, Ehrenmalen von Wehrmachts-Divisionen, so genannten Kriegerdenkmalen oder Gedenksteinen aufmarschiert.
Auch in diesem Jahr legten Rechtsextremisten am Volkstrauertag am 15. November in zahlreichen Orten des Freistaates Sachsen Kränze nieder, führten Gedenkveranstaltungen durch oder beteiligten sich an offiziellen Veranstaltungen.
Sie nahmen zum Beispiel an Veranstaltungen in Meißen, Döbeln, Freiberg, Geithain, Torgau, Beilrode, Bad Düben, Taucha, Wermsdorf und Frohburg teil. In Dresden hatte die Polizei 20 bis 30 Personen mit schwarz-weiß-roten Fahnen und Fackeln festgestellt, die sich zur Durchführung einer unangemeldeten Versammlung getroffen hatten. Eine Kundgebung der »Jungen Nationaldemokraten«(JN) und der »Freien Kräfte« in Wurzen war mit ca. 140 Teilnehmern zwar die größte Veranstaltung von Rechtsextremisten zum Volkstrauertag in Sachsen. Gleichwohl blieb die Teilnehmerzahl hinter den Erwartungen des Veranstalters zurück.
Rechtsextremisten in Nordsachsen beabsichtigten nach eigenem Bekunden, mit flächendeckender Plakatierung »(…) die Erinnerung an die deutschen Opfer der alliierten Kriegstreiber wieder ins Bewusstsein der Menschen (…)« zu holen.

Hintergrundinformationen zum Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ist eine humanitäre Organisation. Er widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Der Volksbund betreut Angehörige in Fragen der Kriegsgräberfürsorge, er berät öffentliche und private Stellen, er unterstützt die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kriegsgräberfürsorge und fördert die Begegnung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten.
Heute hat der Volksbund 1,6 Millionen Mitglieder und Spender. Mit ihren Beiträgen und Spenden sowie den Erträgen aus der Haus- und Straßensammlung, die einmal im Jahr stattfindet, finanziert der Volksbund zu etwa 85 Prozent seine Arbeit. Den Rest decken öffentliche Mittel des Bundes und der Länder.
 Gegründet wurde die gemeinnützige Organisation am 16. Dezember 1919 – aus der Not heraus. Die noch junge Reichsregierung war weder politisch noch wirtschaftlich in der Lage, sich um die Gräber der Gefallenen zu kümmern. Dieser Aufgabe widmete sich fortan der Volksbund, der sich als eine vom ganzen Volk getragene Bürgerinitiative verstand. Bis Anfang der dreißiger Jahre baute der Volksbund zahlreiche Kriegsgräberstätten aus. Ab 1933 schloss sich die Führung des Volksbundes der Gleichschaltungspolitik der NS-Regierung an. Die Errichtung von Soldatenfriedhöfen des Zweiten Weltkrieges übernahm der Gräberdienst der Wehrmacht.
Erst 1946 konnte der Volksbund seine humanitäre Tätigkeit wieder aufnehmen. In kurzer Zeit gelang es, über 400 Kriegsgräberstätten in Deutschland anzulegen. 1954 beauftragte die Bundesregierung den Volksbund mit der Aufgabe, die deutschen Soldatengräber im Ausland zu suchen, zu sichern und zu pflegen.
Im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen erfüllt der Volksbund seine Aufgabe in Europa und Nordafrika. In seiner Obhut befinden sich heute 827 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten mit etwa zwei Millionen Kriegstoten. Mehr als 10 000 ehrenamtliche und 558 hauptamtliche Mitarbeiter/innen erfüllen heute die vielfältigen Aufgaben der Organisation.

Nach der politischen Wende in Osteuropa nahm der Volksbund seine Arbeit auch in den Staaten des einstigen Ostblocks auf, wo im Zweiten Weltkrieg etwa drei Millionen deutsche Soldaten ums Leben kamen, d.h. mehr als doppelt so viele, wie auf den Kriegsgräberstätten im Westen ruhen. Diese Aufgabe stellt den Volksbund vor immense Schwierigkeiten: Viele der über hunderttausend Grablagen sind nur schwer auffindbar, zerstört, überbaut oder geplündert. Trotzdem richtete der Volksbund während der letzten Jahre über 300 Friedhöfe des Zweiten Weltkrieges und 190 Anlagen aus dem Ersten Weltkrieg in Ost-, Mittel- und Südosteuropa wieder her oder legte sie neu an. Dazu zählen 52 zentrale Sammelfriedhöfe. Über 30 Anlagen werden zurzeit in Stand gesetzt. Etwa 584 000 Kriegstote wurden umgebettet. Zur langfristigen Sicherung seiner Arbeit hat der Volksbund 2001 die Stiftung „Gedenken und Frieden“ gegründet. Mit der Anlage und Erhaltung der Friedhöfe bewahrt der Volksbund das Gedenken an die Kriegstoten. Die riesigen Gräberfelder erinnern die Lebenden an die Vergangenheit und konfrontieren sie mit den Folgen von Krieg und Gewalt.  Zu diesem Zweck vermittelt der Volksbund unter anderem Fahrten zu den Kriegsgräbern, veranstaltet nationale und internationale Jugendlager zur Pflege von Soldatenfriedhöfen und informiert in Schulen und Schulfreizeiten. Das Leitwort lautet „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“. Außerdem hat er in der Nähe von vier Friedhöfen Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten errichtet, wo Schul- und Jugendgruppen ideale Rahmenbedingungen für friedenspädagogische Projekte vorfinden.


Quellen:
http://www.verfassungsschutz.sachsen.de/969.htm
http://www.verfassungsschutz.brandenburg.de/sixcms/media.php/4055/die_glorifizierung_des_sinnlosen_sterbens.pdf
http://www.volksbund.de/presse/volkstrauertag/
http://www.nazistopp-nuernberg.de
http://agst.antifa.net/volkstrauertag-2009/
http://www.nrw.vvn-bda.de/texte/0093_mu_nster.htm
http://www.volksbund.de/kurzprofil/

Tag der Menschenrechte

Der Tag der Menschenrechte wird am 10. Dezember begangen und ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet worden ist. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International nehmen diesen Tag jedes Jahr zum Anlass, die Menschenrechtssituation weltweit kritisch zu betrachten und auf aktuelle Brennpunkte hinzuweisen. Das Europäische Parlament verleiht um diesen Tag jährlich den Sacharow-Preis. Die Organisation Reporter ohne Grenzen verteilt alljährlich den Menschenrechtspreis an diesem Tag. Jedes Jahr am 10. Dezember wird in Oslo (Norwegen) der Friedensnobelpreis verliehen.